Die waldorfpuppe

Eigentlich kennt sie jeder - die Waldorfpuppe. Doch was ist denn so besonders an dieser Puppe, dass sie einen eigenen Namen bekommen hat?


Zunächst einmal wird sie per Hand hergestellt und ist kein Industrieprodukt. Schon alleine das ist was ganz besonderes, zumindest in der heutigen Zeit.

 

Schon immer spielen Kinder mit Puppen, die ihnen ein Erwachsener aus Stoff oder auch Stoffresten fertigte.

Heute werden Plastikpuppen in Massen produziert und haben kein eigenes Wesen mehr in sich, sodass unsere Kinder automatisch eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber diesen Puppen entwickeln. Abgesehen davon gibt es sicher nicht nur schlechtes an Plastikpuppen. Sicher, sie sind einfach zu reinigen, denn man kann sie baden und sie trocknet leichter, auch kann man diverse Cremes sehr schnell wieder abwischen. Eine Stoffpuppe benötigt zum Waschen schon ein bisschen mehr Aufwand und sie braucht zum trocknen auch viel länger. Doch das war´s auch schon an Vorteilen.

Aber was macht denn nun so eine richtige echte Stoffpuppe - Waldorfpuppe - aus? Rudolf Steiner war der Auffassung, dass eine Puppe nicht zu viel Mimik vorgeben soll, weil die Fantasie des kleinen Puppenbesitzers sonst nicht gefordert wird. Das Kind, welches mit einer Puppe spielt, soll alleine über die eigenen Gefühle entscheiden, welche Emotionen es in der Puppe erkennt. Und das kann an jedem Tag einmal anders sein... eben wie im Leben auch.

 

Schaut man schon eine kurze Zeit auf das Gesicht einer Waldorfpuppe und tauscht sich mit jemandem aus, der sich die Puppe ebenso angeschaut hat, werden beide eine andere Wahrnehmung gehabt haben. Außerdem wird die Puppe mit möglichst natürliche Materialien hergestellt, also mit unbehandelter Schafswolle gestopft, mit Baumwolle bekleidet und bestrickt sowie mit Farben auf pflanzlicher Basis bemalt.

 

So eine weiche, warme und schwere Puppe weckt im Menschen das Gefühl, sie in den Arm zu nehmen. Ich glaube das ist viel schöner, als eine Plastikpuppe zu umarmen...

Die Waldorfpuppe verändert sich im Laufe der Zeit, denn sie wird durch die Persönlichkeit der Puppenmutter oder des Puppenpapas geprägt. Eine handgefertigte Puppe ist ein Unikat, genauso einzigartig wie ein Kind. Eine Plastikpuppe hingegen ist eine unter Hunderttausenden Puppen, die absolut gleich sind.

Es ist von Bedeutung, dass wir Erwachsenen uns für die Spielsachen und Puppen unserer Kleinsten interessieren, sie in einem guten Zustand halten. Wenn wir wollen, dass die Kinder ihre Puppen hegen und pflegen, müssen wir uns ja ebenso Mühe geben und ein gutes Vorbild sein. Auch wenn mal eine Puppe kaputt geht, ist sie leicht zu reparieren. Also man kümmert sich auch weiterhin... Eine Plastikpuppe dagegen ist eher schwer zu reparieren und landet dann einfach schneller im Müll.

 

Fast alle erinnern wir uns an unser Lieblingsspielzeug. Ich will damit sagen, das wir doch in der Verantwortung sind, genau diesen Eindruck positiv zu bestimmen.


Johanna Schöne, Puppenmacherin

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